Fülldrahtschweißen! Wer hat Erfahrung/kennt sich aus?

Für den ganzen Blödsinn, der gar nichts mit Husqvarna und dem Moppedfahren zu tun hat.

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VRRULEZ
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Fülldrahtschweißen! Wer hat Erfahrung/kennt sich aus?

Beitrag von VRRULEZ »

Hallo Forum!

Ihr seit meine letzte Hoffnung.. habe schon so viele Leute zu diesem Thema befragt.. aber niemand konnte mir bis jetzt effektive Auskunft geben.

Ich fang mal von vorne an:

Vor einigen Jahren habe ich einen Baumark-Schweiß-Trafo geschenkt bekommen.(Kellerfund) Nach dem die ersten Versuche im Elektrodenschweißen total für den A*sch waren, habe ich mir entsprechende Literatur besorgt und das Wissen im Selbststudium angeeignet.
Nach einigen Stunden üben konnten sich die Ergebnisse wirklich sehen lassen.

Da das Baumark Gerät ziemlicher Schrott war, habe ich mir dann einen Elektroden Inverter gekauft. (Quasi ein voll regelbarer elektronischer Trafo der Gleichspannung ausgibt und so tolle Funktionen hat wie „Hot start“, Anti Stick“ usw.)

Ich bin mit diesem Gerät wirklich sehr zufrieden und meine Nähte brauchen sich nicht zu verstecken…

Aber grundsätzlich hat das Elektrodenschweißen einfach seine Nachteile

- sobald die Materialien dünn werden, wird es schwierig nicht Löcher rein zu brennen
- sollen Materialien mit unterschiedlichen Materialstärken verschweißt werden, gibt’s auch Probleme.
- und wenn dann auch noch nicht ganz leicht zugängliche Formen dazu kommen, dann sind Schlacke Einschlüsse vorprogrammiert.

Habe mich dann erkundigt, was es noch so an Schweiß Verfahren gibt.
Persönlich finde ich das WIG schweißen am elegantesten.
Mit diesem Verfahren kann man nahezu alles schweißen (AC/DC vorausgesetzt). Auch das lästige „spratzeln“ entfällt komplett. Allerdings kann man nicht heften.. und der Hauptnachteil dürfte einfach der Preis sein… auch fürs Argon.

MIG/MAG ist dann die nächste Wahl.. die Anschaffung ist deutlich billiger.. allerdings muss auch hier erst mal ne Gas Pulle besorgt und entsprechend befüllt werden.


Durch Zufall bin ich dann auf ein Fülldrahtschweißgerät gestoßen. Für all die, die jetzt erst mal nicht Wissen wie das Funktioniert, hier eine kurze Erklärung.

Ein Fülldrahtschweißgerät sieht aus und funktioniert im Prinzip wie ein herkömmliches MIG/MAG Gerät… allerdings (und jetzt kommt’s) ohne Schutzgas!

Der Draht (d=0,9mm) ist nicht massiv, sondern hohl. In diesem Hohlraum befindet sich ein Pulver was im Lichtbogen verdampft. Dadurch entstehen Gase, die die Funktion des Schutzgases übernehmen.

Der Draht ist zwar deutlich teuerer als massiver.. aber da ich nur gelegentlich schweiße, wäre mir das egal… Wenn ich mir das kaufen der Flasche und das teuere befüllen im Baumark spare, spare ich immer noch immens.

So und jetzt meine eigentliche Frage an euch:

Hat schon mal wer mit so einem Fülldrahtscheißgerät geschweißt?
Oder hat mal Nähte gesehen, die so entstanden sind?
Vor- bzw. Nachteile zum MIG/MAG schweißen?

Da dieses Verfahren wohl nicht sehr verbreitet ist, habe ich im www auch nichts wirklich hilfreiches gefunden. In den entsprechenden Foren finden man immer nur die Pauschal Aussagen wie: „kauf dir ein MIG, dann weißt du was du hast“.. aber das sagen sie ja auch nur, weil sie es nicht besser wissen…begründen kann die Aussage keiner.
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Beitrag von 88888888 »

hallo

1. kommt es meiner meinung nach gebnauso teuer wie mig/mag
wenn du nach dem schweißen immer die flasche zudrehst verbrauscht auch ned viel gas
2. die schweißnähte sind oft unsauber, das kannst nehmen zum am auspuff rumbrutzeln, aber sonst ist es nciht der bringer, wasd enkst du, warum es nciht so verbreitet ist? :D

ich habe ein mig/mag und bin zufrieden damit, man kann alles schön einstellen und die nähte sehen auch gut aus (bisjetzt halten sie auch noch^^).
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hqv610
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Beitrag von hqv610 »

Hi

da du beim Fülldrahtschweißen ziemlich hohe Spannung anliegen hast ist es genau das Gegenteil was du erreichen willst.

Soll heißen:
Hohe Spannung = hohe Temperatur -> das Verfahren eignet sich besonders für dicke Materialien

WIG eignet sich grundsätzlich für alle Materialstärken und auch für viele Materialkombinationen, erfordert aber viel Können wenns ordentlich werden soll.
Wir verschweißen z.B. Rohre mit Dimensionen von 10 x 1 mm genauso wie 700 x 65 mm oder Stahlkonstruktionen mit a-Maßen bis zu 20 mm mit WIG, aufgefüllt wird meist mit MAG oder E-Hand(Lichtbogenhandschweißen)

Noch Fragen?

MfG Chris
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Hann1bal
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Beitrag von Hann1bal »

Also von WIG würde ich abraten, wenn du nichtmal richtig Elektrodenschweißen kannst... ich habs einmal versuchen dürfen, beim Praktikum, und bin kläglich gescheitert, obwohl ichs mit MIG/MAG und Elektrode laut Meister ziemlich hinbekommen habe...

mfG
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hqv610
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Beitrag von hqv610 »

Desderwegen schrub ich ja auch
hqv610 hat geschrieben: WIG ... erfordert aber viel Können wenns ordentlich werden soll ...
WIG ist echt was für Profis mit täglicher Anwendung, mal ganz abgesehen vom wirklich teuren Argon (bei Rohren sogar mit Formiergasen um die Hohlräume vom Sauerstoff freizuspülen)

Nee aber ernsthaft, für "normale" Schweißarbeiten z.B. Karosserie schweißen: nimm MIG/MAG
Rahmen usw. Rohre, anspruchsvolle Sachen: WIG, Autogen (Sauerstoff/Acethylen) geht auch, braucht aber auch viel Übung und erstmal ordentlich Gas!

MfG Chris
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DHX_77
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Beitrag von DHX_77 »

Fülldrahtschweißen ---> Rotz, kannst Du vergessen...wie schon geschrieben wurde nur für dicke Materialien geeignet und sogar für da wird Stabelektrode bevorzugt, da Du dann in mehren Lagen schweißt.

Fülldrahtschweißanlagen werden oft im Schiffsbau (und auch Pulverschweißen) hergenommen, quasi a Maschine die selber schweißt, sowie wie a CNC gesteuerte Fräsmaschine

Für dünne Bleche etc. ist Autogen (am besten natürlich WIG--> teuer für den Hausmann) geeignet und so oft nachfüllen musst die jetzt a net.

bei mir reicht a Füllung gut zwei Jahre, obwohl jeder Hans-Wurst von mir aus'm Bekanntenkreis zu mir kommt und sagt, hey DHX_77 kannst'de mal schweißen bitte :-?

Nebenbei hab i noch a Stabelektrodenschweißgerät, handlich und praktisch und kommst überall mit hin mit dem Gerät (220V)...

Ach ja und nun noch a Grundsatz...Schweißen erlernst Du nicht in ein paar Stunden bzw. nach ein paar I-Nähten oder so....das braucht seine Weile...gebt Dir mal nen Tip...schau am besten, beim Schweißen, darauf was der Lichtbogen, Schweißbad an der entsprechenden Stelle macht .... die Profis so wie ich Schweißen nach Gehör 8-) klar muss scho schauen wo i lang schweiße, aber nicht wie schnell und wieviel Draht etc.


Noch Fragen Hauser :?:
:hva:
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clausde
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Beitrag von clausde »

für einen Laien ist wirklich nur empfehlenswert Metallschutzgasschweißen (MSG)
Am besten mit aktivgas (MAG) Mischgas lässt sich einfacher schweißen und die Oberfläche wird sauberer für normalen Stahl alle mal ausreichend !
Inertgas (MIG) bewirkt einen anderen einbrand .................... da kann man noch stundenlang schreiben

Fazit: kauf dir ein Schutzgas Schweißgerät würde min 150 Ampere nehmen - 0,8mm Draht und ne Flasche Mischgas (Argon, Sauerstoff und CO2 ) und dann leg los
[size=75]Lampenmaske ? - anpassen können sich die Anderen ich möchte individuell bleiben [/size] ;-)
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VRRULEZ
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Beitrag von VRRULEZ »

Morgen Kollegen,

vielen dank für euere Antworten. Diese Informationen haben mir mehr gebracht, als das was ich in zig andren Foren und im www etc. gelesen habe.

Ich fasse mal kurz Zusammen:

Fülldrahtschweißen:

- unsaubere Nähte
- eher für dicker Materialien geeignet

WIG:
- die Königsdisziplin in Sachen schweißen aber
- schwierig in der Anwendung (für Hobby-Brutzler ungeeignet)
- Teuer in der Anschaffung
- Teuer im „Unterhalt“ (Stichwort Argon)

MIG/MAG:

- wohl die preiswerteste und einfachste Form des Schutzgasschweißens


Mein Fazit:

Ich werde mich wohl nach einen MIG/MAG Gerät umsehen… da ich wenig schweiße möglichst ein kompaktes 230V Gerät mit den kleinen 1kg Spulen. Als Gas kommt dann für meine Anwendungen nur einfaches Mischgas zum Einsatz (MAG).

Habe gesehen, dass es auch Einweg-Schutzgasfalschen gibt.. Fülldruck 60bar. Muss mich mal erkundigen was die so kosten und wie lange die halten. (Also ob sich das im vgl. zu einer großen Flasche rechnet)


Eine Frage hätte ich aber doch noch an die Profis:

WIG schweißen funktioniert mit DC, daher ist der Lichtbogen absolut stabil und nichts „spratzelt“. Mein erstens Elektroden Gerät war ein Trafo (AC) da hats schon gut gespartzelt.. mein jetziges ist ein DC Gerät.. spratzelt deutlich weniger .. aber immer noch ein bisschen. (Kann aber auch an dem wohl nie ganz sauberen Rohmaterial liegen)

Ein MIG/MAG Gerät ist doch auch ein DC Gerät (zumindest habe ich im Funktionsschema gesehen, das nach dem Trafo ein Gleichrichter sitz.)

Warum spratzelt es dann beim MIG/MAG schweißen so stark? Liegt es evtl. daran, das es zwar quasi eine Gleichspannung ist, diese aber nicht stabilisiert ist?

(Wenn eine AC nur mittels Dioden zu DC gewandelt wird, dann ist es zwar grundsätzlich DC, aber eine sog. pulsierende DC, da ja immer noch Nulldurchgänge statt finden..und diese Nulldurchgänge sorgen dann dafür, dass der Lichtbogen aus geht und erneut zündet… --> spratzeln)
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DON_PEDRO

Beitrag von DON_PEDRO »

Warum spratzelt es dann beim MIG/MAG schweißen so stark?
Was ich mal in der Lehre gelernt habe ist, dass Dein beschriebens Phänomen an der Stromstärke im Verhältniss zum Drahtvorschub steht.
D.h.: Einstellungssache :arrow: :idea:
DHX_77 hat geschrieben:die Profis so wie ich Schweißen nach Gehör 8-)
Hat unser Lehrmeister damals auch immer gesagt.
Mensch Leute, das schaut ja bei Euch aus, das ist ja a Feuerwerk a Scheißdreck dagegen.
Und hat uns gleich mal gezeigt wie das funzt-->staun!!!
Ja Schweißen ist a jahrelange Übung und Erfahrung, hat er immer gesagt, dass erlernt man nicht von heut auf morgen, üben, üben, üben
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Beitrag von hqv610 »

Zur ordentlichen Einstellung eines MIG/MAG Gerätes hier mal eine Erklärung WIE, WARUM, WESHALB usw.

da :arrow: ganz vorsichtig drücken ;-)

Inwieweit dein Schweißgerät die Einstellungen mitgehen kann weiß ich nicht, jedoch sollte Drahtvorschub, Drahtstärke, Stromstärke/Spannung ggf. Schutzgasmenge in l/min wähl- und einstellbar sein wenns was taugen soll.

MfG

Chris
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DON_PEDRO

Beitrag von DON_PEDRO »

hqv610 hat geschrieben:
ganz vorsichtig drücken
ähm die pdf wird nicht angezeigt :-?

Bild
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Beitrag von hqv610 »

Hmmm ...

bei mir gehts ...

zur Not gib halt bei Google "Einstellung MIG" ein und die erste verfügbare Page sollte die der EWM sein ...

MfG Chris
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clausde
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Beitrag von clausde »

Metallschutzgasschweißen aus der Steckdose (230 V) kann ich nur abraten !!!
so ein Gerät kauf man nur einmal im Leben deshalb leg etwas mehr an oder kauf ein gebrauchtes.
min 150 Ampere !!! vorausgesetzt du hast Kraftstrom zur verfügung (16A Stecker) meist ist auch noch ein Adapter dabei 16A auf Lichtstrom das reicht aber nur für sehr dünne Bleche.
Um vernünftig zu schweißen ist der "Saft" sehr entscheidend so ein Minigerät ist nur sehr bedingt einsetzbar
[size=75]Lampenmaske ? - anpassen können sich die Anderen ich möchte individuell bleiben [/size] ;-)
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VRRULEZ
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Beitrag von VRRULEZ »

Ich habe keinen Kraftstrom in meiner Werkstatt (Garage) :cry:

Aber mit meinem Inverter konnte ich mit ca. 120A und ner 3er Elektrode wunderbar dicken (6mm waren das glaube ich) U-Stahl schweißen.

Ich habe auch schon MIG/MAG Inverter Geräte gesehen.. sowas wäre schon fein...

Vom Prinzip habe ich mir sowas hier vorgestellt:

http://cgi.ebay.de/SYNMIG-MIG-200-MAG-S ... 286.c0.m14
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Beitrag von clausde »

13 Kg ist natürlich geil !
so kleine Geräte abe ich noch nicht getesret
wenn du eh nur Lichtstrom zur verfügung hast vielleicht gar nicht so schlecht ?
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