Eberhard hat geschrieben:
Wo hast du denn diese Erkenntnis her ?

. Die 510, zumindest die vom Dennis

, will auf Drehzahl gehalten werden, eine SM610 oder Ulis 450er Yamsel sind da viel einfacher zu fahren, die Kisten haben auch untenraus Dampf.
Aus der Mathematik. Eine hohe Drehzahl bedeutet breites Drehzahlband. Es stehen 10500 Umin gegen 8250 am Begrenzer. Und jetzt sag mir nicht, ja bei der 610 gehts schon ab 2000 richtig zur Sache! Erstens ist das Käse und zweitens habe ich noch keinen vernünftig fahrenden Streckennutzer erlebt, der mit 2000 Umin um die Kurve schleicht, da hat jedes Bike ein lausiges Drehmoment. Wer mit Omadrehzahlen fährt, für den ist die 610 selbstversändlich die bessere Wahl. Dürfte eigentlich einleuchtend sein.
Die hohe Drehzahl der 510 kann man dann mit der Übersetzung optimal an die Streckenverhältnisse anpassen. Sofern der Motor gut anspricht, kann man so wesentlich besser dosieren. Über der Nenndrehzahl liegen noch 2500 Umin, die zu großen Teilen nutzbar sind. Eine gut eingestellte 510 dreht selbst im 6. mit langer Übersetzung noch leicht in den Begrenzer. Außerdem können Motor, wird das Prinzip mit weniger Hubraum konsequent umgesetzt, insbesondere die Kurbelwelle leichter sein, was u.a. die Vibrationen stark minimiert. Wenn ich euch so lese, dann gehen wir im Rennsport doch wieder zum Blitzenbenz zurück, der 20 Liter Hubraum hat und 1500 U/min macht.
Wieso sollte eine 450er Yamaha mehr Dampf haben als ne 500er mit ähnlichen Spezifikationen? Das liegt ja nun absolut fern. Ich glaube ihr haut hier tüchtig was durcheinander. Die Lösung liegt wohl bei Fahrer oder Einstellung. Mag sein, dass die Yamaha werksseitig besser abgestimmt kommt. Aber vergleicht doch bitte mit einer ordentlich eingestellten Maschine. Das Diagramm vom Dennis seiner 510 habe wir doch wohl alle gesehen. Das dürfte andere Machinen auch so betreffen. Und glaub mir, die 510 geht serienmäßig richtig schlecht und anspringen tut sie warm auch schwer. Aber das zu erklären und wie man dem abhilft, ist ein anderes Thema. Und vergesst auch die Spezifikationen des Fahrers nicht. Dazu zählen Gewicht, Fahrkönnen, Risikobereitschaft usw. Das gleiche Phenomen lese ich immer, wenn sich einige Sumoanfänger freuen, dass sie eine möglichst große Supersportmaschine "verblasen" haben. Denen ist es egal, das der Betreffende gar nicht schneller fahren wollte oder konnte. Sie gehen einfach nur von sich selbst aus und dann heißt es, ne Sumo sei eben schneller - Quark!.
Wie sollte dir auch eine Maschine davonfahren, die nahezu identische Leistungswerte hat? Wie kommst du denn auf sowas? Da wird von Dampf und Drehmoment und Power gesprochen, in der Realität sind die Unterschiede doch marginal. Wer hat denn gesagt, dass die 610 schlecht geht? Niemand. Die 510 ist nunmal das Mopped, was auf der Strecke besser anzupassen geht. Aber wenn man eh nichts einstellt, dann ist das auch Wurst.
Die SM610 ist für die Strasse gebaut und dafür ist sie eindeutig die bessere Wahl, das steht doch wohl ausser Frage - die 2 J Garantie gibbets da auch ohne wenn und aber !!
Hat keiner was anderes behauptet, das "eindeutig" würde ich aber wegnehmen. Hier ging es aber immer wieder um das Fahren auf der Straßenrennstrecke, bzw. Sumostrecke (dazu gehören auch Offroadteile). Da zu behaupten, die SM610 wäre das bessere Mopped ist nichts anders als das typische VW/KTM - Syndrom. Das mag für einzelne Strecken stimmen. Die sportliche Vielseitigkeit und Einstellbarkeit bietet die 610 aber nicht, ganz abgesehen davon, dass sie für manche Stecken zu schwer und zu weich ist.
Jetzt noch zum Drehmoment, da das offensichtlich noch nicht so richtig klar ist. Um unnötige Anstrengungen für den Leser zu vermeiden nehme ich einfache Werte. Das Drehmoment ist nichts weiter als eine Kraft multipliziert mit der Länge des Radius an dem sie wirkt. Das beginnt mit dem Verbrennungsdruck X Kurbelwellenradius und endet mit der Kraft am Hinterrad X Hinterradradius. Einfaches Beispiel:
1. Ein Motor macht 5000 Umin und hat 50 Nm, Übersetzung 1:1.
2. Ein anderer Motor hat 10000 Umin und 25 Nm, Übersetzung 2:1.
Was kommt hinten an? Richtig, die selben Drehmomentwerte. Eine Diskussion, ob viel oder wenig Drehzahl nun gut oder schlecht ist, ersparen wir uns an der Stelle. Fakt ist aber eins. Mehr Drehzahl, kann bei richtiger Übersetzung leicht Drehmoment am Hinterrad schaffen.
Fazit: Die 610 ist halt "nur" ein Alltagsmopped und nicht für verschiedene Streckensetups geeignet. Es fehlt eben an Flexibilität! Nun weint nicht veralteten Motorkonzepten nach und hofft doch noch irgendwie bei den "Großen" mitmischen zu können.

Findet euch mit eurer Situation einfach ab! Was gibts da noch zu diskutieren?
