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V2A Schrauben im Kettenrad

Verfasst: 22.02.07 - 18:31
von Sista
Hallo zusammen

Ich habe bei meiner TE 610 ein neues Kettenrad montiert und wollte nun die alten Schlitzschrauben gegen neue ersetzen. Kann man dort auch V2A Schrauben nehmen, oder "scheren" die schneller ab :?:
Gruß Frank

Verfasst: 22.02.07 - 20:03
von williMeier
bin zwar kein metaller, aber nach meiner erfahrung sind va schrauben zäher als eisen schrauben. merkt man beim bearbeiten mit ner feile :)

wenn die schrauben mit dem richtigen drehmoment angezogen werden, sollte sich das kettenrad null mm bewegen. da kann dann also auch nix abscheren...

Verfasst: 22.02.07 - 20:44
von Sista
ich denke aber das zähe Schrauben eher abreißen als Stahlschrauben mit zb. 10.9
naja Versuch macht klug.....oder so
Gruß
Frank

Verfasst: 22.02.07 - 21:13
von SmoothOperator
Ist ja mal wieder interessant. Ich würde schon sagen, dasn ne 10.9 auch recht "zäh" ist. Aber was hat die Zugfestigkeit mit der Duktilität zu tun?

Zähigkeit bedeutet eigentlich nur, dass der Werkstoff ne ausgeprägte Streckgrenze hat und somit nicht sofort spröde bricht.

Verfasst: 22.02.07 - 21:25
von DeanSMR
Auch Edelstahlschrauben gibt es in verschiedenen Festigkeitsklassen, genauso wie normale Stahlschrauben auch!

V2A und V4A ist eine alte Produktbezeichnung und sagt rein garnichts über die Eigenschaften aus!

Im Netz gibts aber genug Infos zu diesem Thema.

Gruß Dean

P.S.: Ach ja, zähe Schrauben reissen eben nicht früher ab!

Um mal umgangssprachlich zu bleiben: ein zäher Werkstoff hat eine hohe Bruchdehnung, soll heissen man kann ihn lang verformen, bevor er bricht.
Ein spröder Werkstoff hat eine niedrige Bruchdehnung und bricht daher schon bei kleiner Verformung.

Verfasst: 22.02.07 - 21:31
von SmoothOperator
sach ich doch...

Verfasst: 22.02.07 - 21:45
von DeanSMR
Ja aber du hasts anders gesagt wie ichs sagen wollte! :lol:

Ach noch was: Wenn man ne Alu-Radnabe hat, dann ist eh worscht welchen Stahlbolzen man da reinmacht!

Die Nabe ist das schwache Glied und bleibt auf der Strecke! Daher lieber keine 10.9 da rein machen!

Verfasst: 23.02.07 - 12:15
von Huskyschrauber
Das ganze wird doch eh nur auf Scherung beansprucht, von daher dürfte die Zugfestigkeit eigentlich egal sein.

Verfasst: 23.02.07 - 14:30
von Sista
ich hab mich mal schlau gefragt:
V2A Schrauben in gängigen größen haben die Beteichnung 70.
Um aber mindestens eine 8.8 Schraube zu ersetzen benötigt man eine 80er( 800N/mm²). Die es aber selten gibt.
also sollte man doch normale Stahlschrauben nehmen und zum anderen sieht der Tüv das nicht gerne wenn man VA Schrauben an Teilen wie Kettenrad Bremssattel etc benutzt....... :wink:
zu Dean: ich bin der Meinung das sich doch eher die Schrauben verabschieden als das die ganze Radnabe bricht ( 2 drehende Teile die mit Schrauben verbunden sind)
Gruß
Frank

Verfasst: 23.02.07 - 14:39
von Bole_B.
*Klugscheiß-Modus an*
  • 1. V2A entspricht ungefähr einem NiRosta-Stahl der Werkstoff-Nr. 1.4301
    V4A entspricht in etwa der Werkstoff-Nr. 1.4571
    1.4301 ist ein hochlegierter Chrom-Nickel-Stahl.
    1.4571 ist ein hochlegierter Chrom-nickel-Stahl ergänzt durch die
    Bestandteile Molybdän und Titan.
    2. Da es VA-Schrauben in den selben Festigkeitsklassen wie
    "normale" Schrauben gibt, ist meiner Meinung nach gegen die
    Verwendung von VA-Schrauben mit der Festigkeitskl. der orig.
    Schrauben nichts einzuwenden.
    3. Bei Verwendung von blanken oder verzinkten "normalen" Schrauben
    in einer Alu-Nabe können meiner Erfahrung nach die Schrauben
    in den Gewinden durch "Kontakt"-Korrosion "festgammeln".
    Kontakt-Korrosion funzt bei Eindringen von Feuchtigkeit so ähnlich
    wie Galvanisieren durch die unterschiedliche elektrische Wertigkeit
    der Werkstoffe Stahl und Alu.
    VA-Stahl ist da resistenter.
*Kludscheiß-Modus aus* :wink:

Verfasst: 23.02.07 - 20:04
von Sista
oh man, das mit dem Klugscheißmodus passt schon....... :wink:

gibt es hier denn keinen der schon VA Schrauben montiert hat :?:

Gruß

Frank :cry:

Verfasst: 23.02.07 - 20:06
von Huskyschrauber
Hab die seit ca. 8 Jahren drin. Bis jetzt alles dran.

Verfasst: 23.02.07 - 20:31
von Huskytuller
Tach erst ma ...

Wollt' nur noch auch meinen "Senf" abgeben :

@ Huskyschrauber :

Die Zugfestigkeit ist nicht egal !
Je doller das Kettenrad auf die Nabe "gepresst" wird, desto geringer sind die Scherkräfte, welche auf die Befestigungsschrauben wirken .
Die Reibung zwischen Kettenrad und Nabe erhöht sich quasi mit ansteigendem Anpressdruck .
Das bedeutet im Umkehrschluss : Je größer die Zähigkeit des Schraubenmaterials ist, desto stärker kann sie angezogen werden, was widerum den Anpressdruck erhöht, und zusätzlich ist sie resistenter gegenüber den Scherkräften , welche durch den höheren Anpressdruck sowieso schon niedriger sind ! :? Alles klar ... ?

Außerdem empfiehlt sich folgende Reihenfolge der Härtegrade : Kettenrad = hart - Schraube = härter - Nabe = am härtesten


Klugschei ... , oh sorry , das war 'n and'rer


Gruß Huskytuller :wink:

Verfasst: 23.02.07 - 20:34
von Sista
na also... entlich mal jemand der die Schrauben schon eingebaut hat !!!

Huskyschrauber: welche hast du da genommen? 700 N/mm² oder 800 N/mm²

Gruß

Frank

Verfasst: 23.02.07 - 22:31
von DeanSMR
@Sista

Kannst du auch erklären, warum die Schraube eher brechen soll wie die Nabe? Und welche drehenden Teile meinst du?

@Huskyschrauber

Bei reiner Scherung entspricht die Hauptspannung sigma im Bauteil der Schubspannung tau-max. Übersteigt tau-max die Zugfestigkeit wirds plastisch verformt.

Es heisst nur Zugfestigkeit, da die Spannungs-Dehnungskurven im Zugversuch ermittelt werden, gilt aber für alle Belastungsarten

@Huskytuller
Außerdem empfiehlt sich folgende Reihenfolge der Härtegrade : Kettenrad = hart - Schraube = härter - Nabe = am härtesten
hier muß ich dir 100% zustimmen,theoretisch wär das optimal, nur dann wirds bei ner Alunabe schwer nen geigneten Schraubenwerkstoff zu finden.

Was den "Anpressdruck" angeht siehts bei ner Alunabe wiederum schlecht aus. Die Schraube wird mit ca 25Nm angezogen, da ist noch nicht viel mit Flächenpressung. Die Scherkräfte kann man damit nicht reduzieren. Man kann es natürlich tun, die Stahlschraube mit mehr Moment anzuziehen, nur dann kommt dir das Alugewinde entgegen wenn eins drin ist, oder die Nabe knallt gleich ganz durch zwecks Überbeanspruchung...

Gruß Dean

Verfasst: 23.02.07 - 22:54
von Huskytuller
@ DeanSMR :

Ich bin als alter Offroader natürlich von stinknormalen Guss-Naben ausgegangen ... Da gab's bei mir noch nie Probleme mit . Kettenradschrauben angeknallt, bis's Wasser kommt*, un' gut is' ... :D

* mit 'nem Standard 12er- oder 13er Gabel-Ring-Schlüssel !

Aber klar is' : Je leichter und filigraner die Materie wird, desto komplizierter deren optimale Verwendung ! :idea:

@ Sista :

Keine Ahnung, weiß ich nich' mehr ... :cry:


Grüße Huskytuller

Verfasst: 24.02.07 - 12:04
von DeanSMR
@tuller+all

glaub ich dir, daß es noch nie Probleme gab. Ich denke, daß man diese Problematik am besten im Griff hat, wenn man nicht ständig "digital" Gas gibt! Denn das geht definitiv derb auf die Nabe, da kein Ruckdämpfer vorhanden. Das ist auch nur ein Problem auf der Strasse, da hier der Reifenschlupf beim Anfahren natürlich geringer ist wie beim Offroad.

Ich denke man kann beliebige Schrauben reinmachen, auch V2A und das wird tun.

Gruß Dean

Verfasst: 24.02.07 - 20:33
von Sista
@ Dean

Mit den drehenden Teilen meine ich Das Kettenrad und die Nabe, die dann durch die Schrauben miteinander verbunden werden.... :?
Ich war und bin eben der Meinung das die Schrauben der Schwachpunkt sind. aber du als Dipl.Ing. Fahrzeugtechnik mußt es ja wissen. :wink:
( ist nicht böse gemeint )
Ich war gestern noch einmal bei unseren Tüv, der dann, wie ich es schon geschrieben hatte, die V2A Schrauben in diesem Bereich ablehnt...
Ich habe heute 10.9 Schrauben bekommen und werde die dann mal einbauen.
Danke noch einmal für euere Antworten.
Wünsche allen ein schönes Wochenende.
Gruß
Frank

Verfasst: 25.02.07 - 01:15
von williMeier
na dann pass man auf, das du keine narbe bekommst wenn du mit dem maulschlüssel beim anziehen der 10.9er abrutscht :D :lol:

Verfasst: 25.02.07 - 09:37
von Huskytuller
... mit dem Hinweis auf "Gabel-Ring-Schlüssel"-Kombination sollte nur darauf aufmerksam gemacht werden, daß für "... bis das Wasser kommt !" nur "handliches, kompaktes" Werkzeug verwendet wird , weil man mit diesem Format das Anzugsdrehmoment nicht übertreiben kann . Vorzugweise dann aber das "Ring"-Ende ... :idea:


Narbenlose Grüße Huskytuller 8)