husk hat geschrieben:infectedbrain hat geschrieben:WOW

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...... wo, wie, womit man das genau anschließen muss und was nach dem Anschluss zu tun ist?
Was ändert sich genau?
Wäre gut zu wissen,da ich mich auch für ein solches Tune-Paket interessieren würde.
Grüße..
Ok, gern, hier ein Versuch.
Man kann den PowerCommander V (PCV) allein oder zusammen mit dem Autotune-Modul installieren. Der PCV sitzt zwischen Steuergerät und Einspritzdüsen und funktioniert so, dass er bezogen auf eine bestimmte Drosselklappenstellung und eine bestimmte Drehzahl die Einspritzdauer erhöht (mehr Sprit kommt in den Brennraum) oder verringert (weniger Sprit).
Dazu verwendet der PCV ein Kennfeld, also eine Tabelle, in der hinterlegt ist, wieviel Brennstoff bei welcher Drehzahl und welcher Drosselklappenstellung eingespritzt werden soll. Die Daten in der Tabelle sind positive oder negative Prozentwerte, je nachdem, ob der Motor in dem entsprechenden Punkt des Kennfelds mehr Sprit braucht oder weniger (im Vollastbereich laufen manche Motoren aus Gründen der Innenkühlung nämlich werksseitg zu fett) Damit sei auch mit dem hartnäckigen Gerücht aufgeräumt, der PCV würde einfach mehr Sprit in den Motor blasen. Wenn es Not tut, läßt er auch weniger Benzin hinein.
Damit der PCV all das tun kann, muss er die Stellung der Drosselklappe kennen, also ist er in die Leitung zum Drosselklappen-Poti eingeschleift. Das ist der eine Teil der Verkabelung.
Der zweite Teil der Verkabelung ist das Einschleifen des PCV zwischen Steuergerät und Einspritzdüsen. Dadurch kann der PCV die Drehzahl erkennen (Impulse der Einspritzdüsen) und die Einspritzmenge der Düsen auch steuern.
Für die Verkabelung sind im Kit bereits die richtigen Stecker vorhanden - das Ganze ist elektrisch also eher einfach.
Wenn man nun will, dass besagtes Kennfeld (Einspritzdauer in Abhängigkeit von Drehzahl und Drosselklappe) genau so passt, dass eine optimale Verbrennung passiert (gemessen am Sauerstoffgehalt oder Lamdawert des Abgases), so muss man den Sauerstoffgehalt des Abgases kontinuierlich auslesen und das vom Powercommander verwendete Kennfeld ständig anpassen - also in Abhängigkeit vom gemessenen Lama-Wert fetter oder magerer machen.
Diese Aufgabe übernimmt das Autotune-Modul. Es besitzt eine Breitband-Lamdasonde und ist mit dem Powercommander über ein CANbus-Kabel verbunden. Autotune liest also den tatsächlichen Sauerstoffgehalt im Abgas und schreibt dem PCV ständig neue Kennfelder (das ist jetzt etwas vereinfacht dargestellt).
Die Lamdasonde des Autotune ist eine Breitband-Lamdasonde ersetzt die Standard-Lamdasonde (eine sogenannte Sprung-Lamdasonde) der Nuda. Die Installation ist im Prinzip einfach. Man macht sich das Leben allerdings leichter, wenn man zum Strippenziehen das Heckteil mit Tank abnimmt.
Programmiert werden Autotune und PCV vom Computer, den man per USB an den PCV anschliesst. In dem entsprechenden Programm von Dynojet bearbeitet man die Kennfelder und gibt die Zieldaten für Lambda-Werte ein, die Autotune erreichen soll. Man sollte dazu also überlegen, welches Gemisch man in welchem Drehzahlbereich fahren will. Das zu beschreiben würde hier vermutlich etwas zu weit führen.
Da die meisten Motoren, einschließlich der unserer Nuda, im mittleren Drehzahlbereich deutlich zu mager laufen, um die Emmissionsgrenzen einzuhalten, kann man hier sehr einfach einen deutlich spürbaren Effekt erzielen, in dem man die Ziel-Lamdawerte entsprechend anpasst. Der Motor verbrennt dann in diesem Bereich weniger mager und fühlt sich gesünder und kräftiger an. Belegbar ist das meist mit einem deutlichen Drehmoment-Anstieg im mittleren Drehzahlbereich, weniger aber durch mehr Spitzenleistung.
Ganz kann Autotune die Abstimmung auf dem Prüfstand nicht ersetzen, da ein Dynojet-Prüfstand ganz gezielt alle Lastzustände durchfährt und eine optimierte Map in den PCV schreibt. Dies gelingt ohne Prüfstand im Fahrbetrieb nicht so genau. Allerdings optimiert Autotune recht wirksam die oft durchfahrenen Lastbereiche.
Ich hoffe, ich habe die richtige Mixtur aus Theorie und Praxis getroffen. Empfehlenswert ist es in jedem Falle, sich die Tuningfibel des Ulf Penner unter das Kopfkissen zu legen. Da habe ich viel von meinem gefährlichen Halbwissen her.
So, das war jetzt meine Mittagspause. Man danke es mir beim Treffen vermittelst alkoholischer Getränke!
Gruss, Thomas