Das Thema ist zwar schon etwas älter, aber ich würde trotzdem gern mal ein paar getätigte Aussagen richtigstellen, die einfach nicht stimmen und Neulinge im Thema eher verwirren als ihnen helfen.
Daß das Herausfeilen der Rattermarken z.B. das Spiel vergrößert und dadurch der Effekt noch schlimmer wird, ist schlichtweg Unfug (durch Erfahrung bestätigter). Die Rattermarken kommen einfach dadurch, daß die Zahnscheiben und die Nabe nicht 100%ig im Maß in allen Zähnen sind (eines ist ein Kokillengußteil, die anderen sind Blechstanzteile). Dadurch tragen einige Zähne halt mehr als andere (nämlich die, wo die Maße sich negativ zu einem vorzeitigen Kontakt paaren), und dadurch werden manche Zahnflanken halt härter angepresst als andere. Letztlich ist das Grundspiel auch schon im Originalzustand reichlich sowie das merfache dessen, was man durch Feilen dazu"bastelt", und das berüchtigte "Einschlagen" erfolgt schlicht und ergreifend durch Hertz'sche Pressung und gleichzeitiges Ausrücken der Kupplung (quasi durch Abrieb). Kauft man dazu noch billige Scheiben, sind die Zahnflanken noch nicht mal richtig gerade und wirken wie ein Stechbeitel (Scherkante). Da hilft dann schon das Abrichten auf leichte Balligkeit und das Brechen der Kanten enorm.
Feilt man die betreffenden Stellen auf dem Nabenzahn (vorsichtig!) glatt, lebt die Nabe noch mal so lange wie zuvor. Achtet man beim Zerlegen mal etwas auf die Markenlage, dann kann man sogar die Nabe so anarbeiten, daß die benachbarten Zähne mehr mittragen als vorher, was die Standzeit noch mal deutlich erhöht. Dabei darf man natürlich das Paket weder in sich noch zur Kupplungsnabe noch zum Korb verdrehen.
Richtig teure Kupplungen für höchste Leistungsübertragung haben dickere Zahnflanken an den Scheiben und werden nach dem Stanzen noch mal auf Hunderstel mm feingeschliffen - ebenso die Naben. Da sehen die Rattermarken dann gleich ganz anders aus (sind dann nämlich nicht mehr nur auf jedem 2. oder 3. Zahn)...allerdings auch die Kosten

Also bitte erzählt nicht immer solchen halbgewalkten Unsinn und ratet den Leuten blindlings zu Neuanschaffungen, wo keine nötig (und manchmal nicht mal mehr möglich!!!) sind!
Korrektur Nr.2: Wie schon eben erwähnt: Das Teil mit den Rattermarken heißt Kupplungs
NABE, und
nicht Kupplungs
KORB! Der Korb ist das äußere Teil, welches aus Stahl ist und ziemlich selten mal ein Problembär. Da zerlegt es grundsätzlich zuerst die Kanten der Reibscheiben. Wirklich kaputt geht nahezu immer die Laufbahn der Kupplungsnabe - also im Aluteil, auf dem die stählernen Zähne der Anlaufscheiben rumhämmern...
Und nacharbeiten kann man diese Zahnflanken gut und gerne 4-5x - je nach Verschleißzustand und Güte der eingesetzten Scheiben...
Gruß
Roman